Wildsau Dirt Run Salzburg

Gemäß dem Motto der Wildsau Serie „Wer sauber ist, war nicht dabei!“ freuen wir uns auf ein schlammiges aber spaßiges Rennen um und im Zementwerk LEUBE in St. Leonhard bei Salzburg. Wie immer wenn die Happy Spartans (heute besteht das Team aus Sigi, Nadine, Claudi und Mike) reisen lacht die Sonne vom Himmel 🙂
Wir kommen rechtzeitig am Gelände an und holen unsere Startunterlagen ab. Etwas umständlich fanden wir, dass man für die Anmeldung online zahlt, die Miete für den Zeitmesschip (in Form einer „Fußfessel“) aber vor Ort dann noch Bar bezahlen muss. Dafür läuft aber die Abholung zügiger als erwartet, unser Finisher Shirt bekommen wir auch gleich in die Hand gedrückt.wildsau-start
Nachdem wir die Fußfessel mit Klebeband befestigt haben, machen wir uns auf Richtung Startblock. Wir haben uns für heute übrigens die 10km (= 2 Runden). Nachdem Uwe vor 2 Wochen schon in Vorarlberg gestartet ist und berichtet hat, haben wir keine zu großen Erwartungen an die Hindernisse und nehmen den Lauf als kleines Training für das Spartan Race in Tirol, das in der nächsten Woche ansteht, mit. Dass wir uns bei dieser Annahme geringfügig getäuscht haben, werden wir sehr bald nach dem Start merken 😉
Aber zunächst gehen die 20km Läufer auf die Strecke. Es folgt die Prämierung des besten Kostüms und ein Aufwärmprogramm für die 10 km und 5 km Läufer. Das dauert leider so lange, dass die ersten 20km-Läufer genau zeitgleich mit dem Start der restlichen Läufer in die zweite Runde gehen. Deswegen werden wir gebeten, die Läufer, die sich bereits in Runde 2 befinden an den Hindernissen vor zu lassen.
Der Moderator schickt uns mit einem lauten „got Gatsch!“ auf die Strecke. Gleich zu Beginn geht es einen steilen Anstieg nach oben. Auf einer Planen-Rutsche geht es aber gleich darauf wieder nach unten. An der Rutsche gibt es auch schon den ersten Stau: sie ist sehr steil, man bekommt ordentlich Geschwindigkeit drauf, so dass nur eine Person auf einmal rutschen kann. Außerdem wird die untere Plane immer wieder von den Rutschern mit ins Landebecken gezogen, so dass die Streckenposten des öfteren nachbessern müssen.
Wir überstehen die Rutschpartie unbeschadet und holen uns bei der Landung gleich unsere erste Schlammpackung ab. Nass und schlammig geht es dann durch das nächste Hindernis: von einer Holzkonstruktion hängt Weidenzaun, natürlich mit Strom. Wir bekommen alle ordentlich eine „gewischt“ und fragen uns, ob solche „Hindernisse“ ihre Daseinsberechtigung haben…aber da gibt es ja bekanntermaßen geteilte Meinungen.
wildsau-schlamm2Weiter geht es zwischen Bäumen auf Trails. Wir überwinden ein Hindernis nach dem anderen und kommen ganz schön ins schwitzen und zum Teil auch an unsere persönlichen Grenzen: es ist sehr viel Armkraft gefragt. Es müssen Baumstämme auf Brusthöhe (bei machen eher Kopfhöhe 😉 ) überwunden werden, wir klettern durch Reifen, die zwischen Baumstämmen befestigt sind. Es geht über Slacklines, diverse Holzkonstruktionen und wir laufen eine Slippery Wall ohne Seil hoch. Hier ist Teamwork gefragt! Alles ist sehr rutschig, da wir immer wieder durch Matsch geleitet werden. Am Ende der Passage warten noch eine Art Tyrolean Traverse (Seil an dem man entlang hangelt) und Strickleitern bei denen man über die Aufhängung klettern muss. Als wir durch sind, stellen wir entsetzt fest, dass wir in 30 min gerade mal 1km zurückgelegt haben! Das hatten wir uns irgendwie anders vorgestellt.
Wir hoffen, dass wir die restlichen Kilometer der ersten Runde etwas flotter zurücklegen können. Aber zunächst geht es auch wieder zäh weiter: zwar vorerst keine Hindernisse mehr, dafür geht es sehr steil durch den Wald bergauf. An laufen ist nicht mehr zu denken. Wir erklimmen Höhenmeter um Höhenmeter und landen schließlich im Steinbruch. Hier wartet die erste Labestation auf uns und wir stärken uns mit Iso, Bananen und Riegeln. Bevor es weiter bergauf geht dürfen wir noch über diverse Steinhügel laufen und klettern und holen uns eine graue Schlammpackung.Recht schnell erreichen wir die zweite Labestation und somit den Gipfel unserer Route. Von dort an geht es nur noch bergab über Trails. Jetzt macht das Laufen wieder Spaß! Bis zum Ziel gibt es keine weiteren Hindernisse. Doch halt, die Natur hat noch eins für uns eingebaut: Auf einem Waldweg müssen wir einer recht großen Schlange (wohl eine Ringel- oder Äskulapnatter) ausweichen 😀
Nach fast 2 Stunden endlich im Start/Zielbereich angekommen biegen wir wieder auf die Strecke. Wir haben bis wildsau-schlammjetzt ja gerade mal die erste Runde, also 5km absolviert! Da wir jetzt aber wissen, was uns erwartet läuft es irgendwie gleich besser. Nur zu Beginn kämpfen wir mit der Rutsche, bei der sich jetzt eine Sprungschanze in der Mitte gebildet hat und versuchen dem Strom auszuweichen, indem wir unter den Schnüren durchrobben. Wir brauchen diesmal nur die Hälfte der Zeit und nehmen nach insgesamt 3 Stunden stolz unsere tolle Saukopf-Medaille in Empfang.
Fazit: alles in allem hat uns der Lauf sehr gut gefallen! Die Hindernisse waren anspruchsvoller als gedacht und die Strecke hatte es in sich! Ein kleinerKritikpunkt ist die Rutsche: diese war wirklich grenzwertig was die Sicherheit angeht. Auch hätte der ein oder andere Streckenposten mehr, oder zumindest Hinweisschilder nicht geschadet. Viele Läufer wussten bei manchen Hindernissen schlichtweg nicht, was gemacht werden muss und sind, wenn z.B. ein vertikaler Baumstamm zu überklettern war, einfach drunter durch gelaufen.
Wir sind nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei! Allein schon der Sau-coolen Medaille wegen 🙂
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Fotocredit:
Wildsau Dirt Run
Schlammfotos von Werner Etzinger: http://www.fantasy-life-photography.at/