Training in Runtopia

An einem eher durchwachsen angekündigten Juni-Samstag machen wir uns zu dritt (Gaby, Claudi und Mike) auf nach Döhlau (in der Nähe von Hof) um das ein oder andere für uns neue Hindernis auszuprobieren und an altbekannten Hindernissen etwas an unserer Technik zu feilen.
Manche mögen es vielleicht für verrückt halten, nur für ein Training ca. 300km weit zu fahren, aber leider gibt es in der näheren Umgebung von München keine derartige Hindernislauf-Trainingsstätte.

Was Nicole und Chris in Döhlau mit Runtopia aufgebaut haben, lässt Hindernisläufer-Herzen höher schlagen, ist bayernweit einmalig und deutschlandweit eine der wenige Möglichkeiten an Hindernissen in Wettkampf-Qualität zu trainieren.
Nach nicht ganz 3 Stunden Fahrt kommen wir in „Runtopia“ an und sind sofort beeindruckt und begeistert von dem Gelände. Es liegt am Ortsrand und bietet neben der Hindernisstrecke auch die Möglichkeit für kurze Aufwärmrunden bis hin zu ausgedehnten Läufen auf Wald- und Forstwegen inklusive dem ein oder anderen Höhenmeter.
Wir werden gleich total freundlich von Nicole und Chris empfangen und bekommen nachdem das Organisatorische schnell geklärt ist, eine Führung durch den Parcours mit vielen Tipps zur Technik. Die Hindernisse sind alle in einem einwandfreien Zustand und man sieht, dass ständig neue Hindernisse dazu kommen und Nicole und Chris immer am tüfteln sind, wie man die Hindernisse verbessern oder noch eine weitere Schwierigkeitsstufen einbauen kann. So hat Chris z.B. sofort nach der OCR-EM ein „Ufo“ an das Seil gebaut. Dieses Hindernis hat bei der EM einige das Bändchen gekostet.

ufoufo-mikeNach einer kurzen Aufwärm-Laufrunde stürzen wir uns bei strahlendem Sonnenschein in den Parcours. Unser Plan war, den Parcours einmal locker durchzumachen und dann einzelne Hindernisse nochmal speziell anzugehen. Schnell merken wir jedoch, dass wir uns da etwas viel vorgenommen haben. Die Hindernisse sind zum großen Teil sehr anspruchsvoll und kräftezehrend – einfach perfekt zum Trainieren für OCR-Events jeder Art!
Los geht es mit einer Holzwand, danach kommt gleich eine anspruchsvolle Passage: Monkey Nightmare, eine Kombination aus allem was sich zum Hangeln eignet. Das Hindernis raubt schon ordentlich Kraftreserven und keiner von uns schafft es bis zum Ende. Danach üben wir uns an weiteren Wänden, Barbed Wire Crawl und Loaded Carries mit Sandsäcken. Über 3 Wassergräben mit anschließenden Erdhügeln springt Mike einfach drüber, die Mädels springen mutig in die erste „Brühe“ und umlaufen aber die beiden nächsten, weil sie voller Kaulquappen sind. Diese Tierliebe wird leider Gaby zum Verhängnis. Sie knickt ungünstig um und kann leider nicht weiter trainieren. Wie sich im Nachhinein herausstellt, ist der Knöchel leider nicht wie angenommen nur verstaucht, sie hat sich einen Bänderriss zugezogen 🙁 Gute Besserung nochmal an dieser Stelle! affe-mike
Im weiteren Verlauf des Parcours begegnen wir noch einigen altbekannten „Gegnern“ wie z.B. dem Tire Flip, einer Schräg- und einer Boulderwand. Wir freuen uns, dass wir endlich den „Weaver“, den wir schon auf Bildern von den Strong Viking Läufen gesehen hatten, ausprobieren dürfen und sind sehr stolz, dass wir ihn meistern. Anders sieht das bei der Affenschaukel aus: man muss sich mit einem Seil von Autoreifen zu Autoreifen schwingen und dann durch die Reifen durch – natürlich ohne den Boden zu berühren. Mike schafft das Hindernis, Claudi bleibt im ersten Reifen stecken 😀

Beim Abschluss des Parcours ist der Name Programm: der Destroyer (der auch bei so manchem Profi in Deutschland im Garten steht) kann aber zumindest von Mike bezwungen werden.
Nach einem netten Ratsch mit Nicole, Chris und anderen Hindernisläufern, die heute trainiert haben, machen wir uns wieder auf den Weg nach München.
Unser Fazit: die – zumindest für ein Training – lange Anfahrt nach Döhlau hat sich auf jeden Fall gelohnt und wir hatten einen tollen Tag auf dem Trainingsgelände (abgesehen von Gaby’s Unfall natürlich 🙁 ). Nicole und Chris haben ein hammermäßiges Trainingsgelände aufgebaut! Wir haben wieder gesehen, dass noch viel Luft nach oben ist und wissen, an was wir noch arbeiten müssen. Die Hindernisse waren wirklich anspruchsvoll, anspruchsvoller als in allen unseren bisherigen Läufen. Natürlich sind die Hindernisse für das Training bewusst so schwierig gestaltet, besser kann man sich doch gar nicht vorbereiten 😀
Wir planen auf jeden Fall wieder nach Runtopia zu fahren!

Kurzer Vergleich zwischen dem klassischen Robben (links) und einer etwas schnelleren Technik (rechts):

 

Mike’s erster Elektroschock – unbedingt mit Ton anschauen 😉