Sportreise und Spartanrace Madrid

        Madrid halt Dich fest, die Happy Spartans kommen!

Wen die Leidenschaft des Hindernislaufens gepackt hat, bei dem erweitert sich sehr schnell sein Horizont. Schnell wird man vom Mitläufer zum neugierigen Entdecker. Wenn dann eine Idee in die Köpfe Gleichgesinnter gepflanzt wird, entstehen oft die spannendsten Erlebnisse und Momente. Bereits vor dem Jahreswechsel wurde bei uns die Idee geboren, das Spartanrace in Madrid zu laufen.

Die Rahmenbedingungen wurden schnell abgesteckt und nach wenigen Wochen Beratung hatten wir eine kleine Finca mit Pool für eine ganze Woche, sowie die Flüge, Mietwagen und Startplätze für das Rennen gebucht. Erstaunlich war, dass sich schnell eine Gruppe, bestehend aus zwölf Happy Spartans fand, die dieses Abenteuer zusammen wagen wollte, wir sollten also ein großes Team sein.

Es ist Sonntag, der 22. Mai 2016, wir stehen am Gate des Münchner Flughafens und warten auf unseren Flug nach Madrid. Sigi, Angelina, Kiki, Mike, Claudia, Ediceh, Gabi, Babs und ich (Uwe) haben schon auf dem Flughafen Spaß, alle befinden wir uns in einem Zustand freudiger Erwartung auf die kommende Woche. Wir haben eine gemeinsame Woche vor uns mit dem Highlight des Spartanrace Super (kommenden Samstag) oder Sprint (kommenden Sonntag). Wir wollen alle eine gute Zeit haben, etwas erleben aber auch das Relaxen soll nicht zu kurz kommen.

Antonia feiert ihren Geburtstag mit ihren Eltern in Madrid und wird erst zum Rennen zu uns stoßen, Nadine und Nena können aus beruflichen Gründen leider erst am Dienstag nachkommen.

Wir genießen den ruhigen Flug auch wenn bei zwei kleinen Luftlöchern gut hörbare Quiekser zu vernehmen sind. Kann das jemand von uns Happy Spartans gewesen sein? 😉

Wir landen und holen unser Gepäck ab. Die Mietwagen haben wir bereits aus Deutschland gebucht und so ist die Überraschung dann doch groß, dass die Vollkasko-Versicherung extra bezahlt werden muss. Dafür scheint diese Versicherung „allmächtig“ zu sein, denn die Fahrzeuge werden nach der Schlüsselausgabe nichtmehr in Augenschein genommen, man sagt uns nur „Sie sind ja versichert…“. Dies soll für uns das Wochenmotto werden….

Unsere Finca liegt etwa 40 Kilometer außerhalb von Madrid in dem beschaulichen Ferienörtchen „El Paraíso“. Wir erreichen den Ort und sind begeistert, dass dieser an einem Stausee liegt und landschaftlich eine wunderschöne Aussicht auf die Berge bietet. Doch was uns nun erwartet übertrifft all unsere Erwartungen. Die Finca ist der Hammer! Ein wunderschöner Pool erwartet uns, gelegen auf einem großen Gelände mit Grill, Liegen, einer mit Schirmen überdachten Essenszone sowie zwei riesigen Garagen.

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Die Finca bietet 6 wunderschöne Schlafzimmer, ein riesiges Wohnzimmer und eine Terasse die genug Platz für uns bietet. Ein Traum!

Wir haben alle Hunger, und so fahren wir in den Nachbarort (Valdemorillo) zum Essen. Wir setzen uns also am Marktplatz hin und freuen uns auf die Essenskarte. Diese ist aber komplett in Spanisch und auch die Bedienung spricht kein Wort Englisch, dafür redet sie umso schneller auf Spanisch auf uns ein. Unsere fragend-verstörten Blicke scheinen sie nicht zu stören. Aber sie ist nett! Einige Brocken verstehend, nehmen wir größtenteils ihre (wahrscheinlich kompetenten) Vorschläge an und werden alle satt, auch wenn so manche Überraschung auf unseren Tellern landet. Wusstet ihr z.B. das „Croquetas“ wenig mit den uns bekannten Kartoffelkroketten gemeinsam haben? Sie sehen so aus, aber der Inhalt ist in Spanien mit Fleisch und Fisch gefüllt. Nicht brauchbar als Zuspeise, was auch den fragenden Blick unserer Bedienung bei der Bestellung erklärt.

Frisch gestärkt kaufen wir das Nötigste für das Frühstück am Folgetag ein, fahren zu unserer Finca zurück und packen erstmal aus. Danach hüpfen wir, unter der Führung der kleinen Angelina erstmal in den eiskalten Pool! Was sind wir? Spartaaaaaaaa……ist……das……kaaaaaaaaallllt…..ner !!!!

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Wir haben uns viel zu erzählen und so wird die eine oder andere Flasche Wein aufgemacht und genossen bevor wir todmüde ins Bett fallen.

Am Dienstag frühstücken wir relativ früh, denn wir haben für heute eine Stadtführung mit den Fahrrädern gebucht, welche bereits um 11:00 Uhr starten soll. Nach einer spannenden Anfahrt zum Parkhaus mit einer beinahe geplatzten Blase und kleineren Reiseübelkeitsproblemen erreichen wir Madrid, begeben uns zu dem vereinbarten Treffpunkt und trinken dort, da wir viel zu früh dran sind, erst einmal einen Kaffe. Jetzt ist die Welt wieder so richtig in Ordnung.

Wir erhalten unsere Fahrräder und werden von unserer Reiseführerin in Deutsch begrüßt und schon geht´s los. Die Stadtführung dauert etwa drei Stunden, allerdings fahren wir in dieser Zeit weniger als 10 Kilometer. Das Interesse an Geschichte und Architektur ist in unserer Gruppe sehr unterschiedlich ausgeprägt und so schwingen Einige lieber den Selfiestick als den Ausführungen zu folgen. Dadurch entstehen jedoch hervorragende Bilder.

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Zusammenfassend muss man sagen, dass die Stadtführung interessant war, die Fahrräder aber nicht nötig gewesen wären, denn die zurückgelegte Strecke hätten wir in der Zeit locker auch zu Fuß gehen können.

Nun haben wir Hunger und treffen uns mit den Neuankömmlingen Nadine und Nena in einem Lokal zum späten Mittagessen. Frisch gestärkt erwacht bei den Damen unserer Gruppe der Shopping-Jagdinstinkt! Wenige Stunden später, haben wir gefühlt 20 Läden besucht, dazwischen drei Kaffe getrunken und sind froh endlich in einer Tapas-Bar zum Abendessen zu sitzen und diese voll und ganz zu genießen. Uns werden sowohl verschiedene Wurstarten, Meeresfrüchte, Fische, Salate aber auch diverse Beilagen angeboten und von uns dankbar angenommen. Es ist einfach lecker!

Wir holen unsere Autos aus der Parkgarage, bezahlen die horrenden Parkgebühren und fahren zurück in unsere Finca, wo wir den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Also uns kann man Desinteresse an unserer Gastgeberstadt nicht vorwerfen. Erneut haben wir eine Sightseeingtour gebucht, diesmal in den Laufschuhen. Aus diesem Grund frühstücken wir wieder früh, fahren nach Madrid und parken wieder in dem uns bereits bekannten Parkhaus. Diesmal werden wir an dem vereinbarten Treffpunkt von Robert, unserem Guide empfangen. Robert kommt aus den Niederlanden, ist ein erfolgreicher Trailläufer und lebt mit seiner Familie in Madrid. Wir haben eine 8km-Tour gebucht und es macht wirklich Spaß! Er führt uns auch an Ecken an die man mit dem Fahrrad nicht hinkommt. Wir sind uns einig, dass diese Art des Sightseeing viel besser ist, als gestern mit dem Fahrrad. Und für uns Hindernisläufer natürlich perfekt!

Madrid laufend erleben Unser Guide Robert

Laufend durch die Straßen Madrids  Madrid ist sehr grün mit vielen Parks Vorbei an historischen Gebäuden Manchmal hatte die Tour etwas von Trail Selfie  Gruppenfoto Kiki und Mike Die Treppen runter Nena und Kiki  

 

Robert ist motiviert und steckt uns mit seinem Enthusiasmus an. Heute ist die Aufmerksamkeit etwas höher als gestern. Diese Art des Sightseeings können wir uneingeschränkt weiterempfehlen. Buchen kann man unter http://www.madridoutdoorsports.com/product/center-running-tour-madrid. Die Jungs (Mike und Uwe) sind sich einig, dass eine Stunde mehr in den Laufschuhen durchaus wünschenswert wäre, denn viel zu schnell ist die Zeit um und nun geht es wieder durch die Straßen Madrids, auf der Suche nach einem Essenslokal.

Babs, Claudia und Angelina sind bei der Lauftour nicht dabei gewesen, stattdessen haben sie eine Fahrt mit der Seilbahn genossen. Nach dem Mittagessen treffen wir sie wieder, ziehen noch etwas durch die Straßen und fahren dann zu unserer Finca zurück. Madrid ist eine schöne Stadt, aber nach zwei Tagen Sightseeing und Shopping haben wir unsere Neugier nach dieser Stadt befriedigt.

Wir hüpfen in den Pool und bereiten uns zum Abendessen vor.

Heute ist Grillen angesagt! Uwe grillt und es gibt eine exquisite Auswahl an Fleisch, Käse und Grillgemüse.

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Der Hunger ist riesig, doch der Durst ebenfalls. Da der Durst nicht nur mit alkoholfreien Getränken gestillt wird, landet ein kleiner Teil des Grillgutes wieder halbverdaut in der Keramik. Für Diejenigen die den Abend länger genießen, endet dieser erst spät nach gemütlicher Gemeinsamkeit.

La Pedrizza – Hiking mit Steinböcken

Wir haben eine wunderbare Unterkunft mit einem schönen (wenn auch kühlen) Pool und haben uns Madrid an zwei Tagen intensiv angeschaut, es wird Zeit für einen Besuch der schönen Berge rund um Madrid. Natürlich geht die Initiative von Babs aus, aber Gabi, Mike und ich brauchten nicht lange überzeugt zu werden.

Etwa 42 Kilometer von Madrid entfernt (und ganz in der Nähe des Eventgeländes des Spartanraces) befindet sich Europas größte Granitformation, “La Pedriza“. Dieses etwa 3200 ha große Gelände befindet sich mitten im Nationalpark „Sierra da Guadarrama“, unweit der Ortschaft Manzanares El Real. Diese Bergkette wird durch den höchsten Gipfel, den „Cabezas de Hierro“ (2.386m) geprägt. Auf diesem können wir sogar noch etwas Schnee ausmachen.

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Wir haben uns als Tour einen Rundkurs ausgesucht der am Parkplatz „Canto Cochino“ beginnen (und enden) soll und etwa 17 Kilometer umfassen sollte. Ok, wir geben es zu… wir haben etwas „improvisiert“ und sind auf ca. 13 Kilometer gekommen.

Eigentlich ist unsere Tour schnell erklärt. Wir folgen den rot-weißen Markierungen die auf der Karte „GR10“ genannt werden, irgendwann hören diese auf und werden gelb-weiß. Fertig!

Na gut…… etwas genauer erklärt:

Canto Cochino – Llano del Peluca – Refugio Giner – El Tolmo – Collado de la Dehesilla – Collado de la Ventana – Las Torres de la Pedriza – Collado del Miradero – Collado de la Romera – Collado del Cabrón – Canto Cochino

Nun, hier müssen wir gestehen, dass wir das genau anders herum gemacht haben 🙂

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Doch was so einfach klingt, sind in Wirklichkeit über 700 Höhenmeter in einer wundervollen Landschaft, geprägt durch Granitformationen, kleinen Bächen, Kiefernwäldern und einer gigantischen Aussicht. Selbst Madrid können wir sehen. Doch damit nicht genug, wir sehen Steinböcke ohne Ende! Diese neugierigen Gesellen nähern sich uns bis auf ca. 50 Meter und wir können wunderbare Fotos machen. Sogar eine Familie mit einem tapsigen Kitz können wir beobachten, einfach fantastisch! Wenn wir in die Richtung des Gipfels „Torres de la Pedriza“ (2035m) schauen, sehen wir Geier mit ihren atemberaubend großen Schwingen kreisen. Ein wunderbares Spektakel.

Babs gibt ein flottes Tempo vor, aber Gabi, Mike und ich halten mit. Unser Gipfelbier trinken wir im kühlen Schatten eines Kletterfelsens „El Tolmo“, unterhalb eines wunderschönen Kiefernwaldes unter dem beruhigenden Rauschen eines Gebirgsbaches. Es schmeckt herrlich!

Nach etwa vier Stunden sind wir wieder am Parkplatz und können auf der örtlichen Terrasse bei einem Cafe Solo die atemberaubende Aussicht der Pedriza genießen bevor wir wieder zu unserer Finca fahren. Diese Bilder sprechen Bände:

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Ein wundervoller Tag geht zu Ende und wir fahren zurück zur Finca. Dort hat der Rest der Gruppe eine Lauftrainingsrunde eingelegt und dabei verletzte sich Sigi am Fuß, so dass dieser dick und geschwollen ist. Wie sich im Nachhinein herausstellte, hat sie sich eine Kapselverletzung zugezogen und muss zwei Wochen pausieren. Das Spartanrace fällt für sie leider flach, was sie sehr traurig macht. Babs erhält ihren Startplatz.

Heute ist der Tag vor dem Rennen und wir haben einen Ruhetag ohne Stress mit Sonne, Pool und Gesprächen „geplant“. Klar, einen kurzen Lauf mit ein paar Stabilisationsübungen im Anschluss lassen wir uns nicht entgehen, aber eigentlich ist dieser Freitag ein Faulenzertag.

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Angelina wirft die Leute in den Pool, Babs macht ihre gewohnten Ausflüge (das macht sie immer wenn es ihr sonst zu langweilig werden würde), Sigi legt den verletzten Fuß hoch und wir lümmeln so vor uns hin. Irgendwie braucht man auch solche Tage. Die Sonne scheint und so Mancher flüchtet in den Schatten.

Abends grillen wir uns leckeres Essen und heute stehen bei den Meisten (wie sich das vor dem Rennen gehört) unalkoholische Getränke auf dem Plan. Morgen Früh haben wir den Start erst um 11:00 Uhr, so müssen wir nicht besonders früh aufstehen. Dementsprechend wird der Abend bei Einigen, in harmonischer Gemeinschaft, wieder etwas länger.

Endlich ist es soweit! Der erste der beiden Renntage ist angebrochen. Wir frühstücken bereits relativ früh, obwohl wir keinen Stress haben. Heute ist der große Tag von Ediceh, Nadine, Babs, Antonia, Mike und mir. Wir laufen zusammen den Spartan Race Super und wir sind gespannt auf die Strecke und die Hindernisse in Spanien. Während unseres Ausfluges in die Berge haben wir gesehen, dass es in der Gegend um San Augustín de Guadalix durchaus Berge gibt, wir erwarten also ein paar Höhenmeter. Aber mehr wissen wir nicht über die Strecke, dementsprechend neugierig sind wir.

Das ganze Team fährt mit, entweder als Läufer oder als Unterstützer. Selbst die kleine Angelina will heute das Junior Race laufen. Eine knappe Stunde später passieren wir das Ortsschild von San Augustín de Guadalix. Das Festivalgelände passieren wir rechter Hand und die Vorfreude steigt ins Unermessliche. Wir finden gleich einen Parkplatz, laden aus und marschieren zur Registrierung. Auch wenn ein Teil unserer Waiver nicht gelesen werden kann (unsauberer Druck), dauert die Registrierung nur wenige Minuten. Auch die Registrierung von Angelina ist bald erledigt, aber hier habe ich einen wichtigen Hinweis für alle Leser:

Registriert eure Kinder nicht über die Emailadresse mit der ihr selbst angemeldet seid! Bei mir hatte das die Folge, dass meine eigenen Daten komplett überschrieben wurden. Ich werde also in den Ergebnislisten des Spartan Race Super unter „Angelina…..“ geführt J Das kommt daher, dass ich (da meine Tochter noch keine eigene Emailadresse hat) bei der Registrierung meine Email angegeben habe. Anscheinend kommt es da im System des Spartanrace zu Überschneidungen!

Uns bleibt eine knappe Stunde Zeit um uns auf dem Festivalgelände etwas näher umzusehen. Leider ist der Start des Junior Race und der Start unseres Hauptlaufes zur gleichen Uhrzeit (11:00 Uhr), so dass unsere Zuschauer größtenteils unsere Kleinste (Angelina) anfeuern gehen. 🙂

Als Happyspartans „Super“ – Team betreten wir den Startbereich und das Warmup beginnt. Der Einheizer gibt alles, aber eben auf Spanisch und so schreien wir immer dann mit, wenn man „Spartanios“ antworten muss, und dann das international bekannte „Aroooo“! Wir müssen einen Partner Huckepack nehmen und mit ihm eine Runde drehen, dann Wechsel. Danach stellen wir uns auf und der Startschuss knallt! Los geht´s!

Wir laufen locker los und halten uns eher im hinteren Drittel der Startwelle. Die Luft ist sehr trocken, es weht ein leichter Wind und mit ihm befinden sich eine große Anzahl Pollen auf dem Gelände. Wir merken diese bei jedem Atemzug. Nach wenigen Metern klettern wir einen kleinen Abhang hinunter und verlassen das Veranstaltungsgelände. Wir laufen auf einem engen Waldweg und kommen zu einer Lichtung auf der uns die erste Holzwand erwartet. Noch keine Große, aber die Erste. Wir haben zusammen trainiert, so stellt diese Wand kein Problem dar.

Wir laufen in lockerem Tempo weiter. Erst im Wald, dann am Waldrand. Zwar ist das Gelände bisher hügelig, aber niemals steil. Die zu überwindenden Höhenmeter halten sich sehr in Grenzen. Nun stellt sich uns wieder eine Wall in den Weg, dann drei Over- Under Walls. Bei diesen muss man die erste Drüber, die Zweite Drunter und die Dritte in der Mitte durchklettern. Diese Walls sind nicht besonders hoch, also auch kein Problem.

Wir joggen weiter, biegen ums Eck und müssen durch einen kleinen Bach hindurchwaten. Das Wasser erreicht ungefähr Kniehöhe, für uns eine willkommene Abkühlung. Zugegeben, ich habe zwei Quieker ob des kalten Wassers gehört, aber die kamen eindeutig aus spanischen Kehlen.

Einen etwa brusthohen Tunnel durchqueren wir in gebückter Haltung mit Würde und schon geht´s weiter über freies Feld. Die Sonne brennt nun doch merklich und die Höhenmeter geben sich die Ehre. Wir laufen, gehen und laufen wieder. Vor allem steilere Wege hiken wir nach oben, die Wege nach unten joggen wir in flottem Tempo. Ein auf Hüfthöhe platziertes Netz durchqueren wir auf allen Vieren und nun sehen wir eine Menschenschlange die sich auf einen Berg hinaufschlängelt. Schnell wird uns bewusst, dass dies unser Streckenverlauf ist und noch einige Höhenmeter auf uns warten. Doch bevor wir den Berg erklimmen dürfen, müssen wir vier auf Brusthöhe platzierte Kanthölzer überwinden. Wir helfen uns und so kommen alle gut und ohne Stürze drüber. Jetzt geht der Puls nach oben. Der Anstieg auf den Berg beginnt. Unser Tempo ist gemächlich, aber die Höhenmeter machen sich deutlich bemerkbar.

Auf mittlerer Höhe warten die Sandsäcke auf uns. Aber nicht irgendwelche, die Männer bekommen blaue und die Damen rote. Rosa gab es übrigens nicht! Mit dem Sandsack müssen wir einen Rundkurs bewältigen, aber Kraft haben wir alle, also stellt dies kein Problem dar.

Es geht weiter bergauf. Unsere Feierbiester merken nun den Schlafmangel deutlich, können aber trotzdem ein gutes Tempo halten. Wir bleiben als Team zusammen und kommen zu dem nächsten Hindernis. Ein echter Burpeebringer, die Slacklines. Hier darf man sich leider nicht (wie in München) helfen. Jeder muss alleine über die Slackline balancieren und wir machen jeder unsere 30 Burpees, Ehrensache.

Jetzt geht es wieder bergab. Aber nicht einfach so, sondern wir müssen ein Gummiband um unsere Knöchel schnallen und etwa 30 quergelegte Holzstämme überspringen. Das strengt an, aber wir bewältigen dies ebenfalls.

Jetzt wird es ernst. Eine 7-Fuß hohe Holzwand gilt es zu überwinden. Mike und ich überspringen diese zügig und nun helfen wir unserem Team. Die Wände sind hoch, aber alle kommen gesund drüber. Check!

Die Pfade führen uns bergauf und bergab, immer wieder müssen kleine Steigungen und Gefälle überwunden werden, zwischendurch gibt es sogar einen kleinen Regenschauer, aber der dauert nicht lange. Nun muss geklettert werden. An drei miteinander verbundenen Holzwänden sind Tritt- und Haltehölzer angebracht. Die Herausforderung besteht darin, ohne ein Festhalten an der Hauptholzwand die Wände horizontal entlang zu klettern und am Ende eine Glocke zu läuten. Das gelingt uns auch fast ausnahmslos. Für zwei Teammitglieder machen teilen wir uns die Burpees und weiter geht´s!

Wir sind richtig motiviert, wenn auch etwas angemüdet. Wir halten kurz inne und hören schon die Moderation und laute Musik des Eventgeländes. Dort singt Freddie Mercury gerade „I want to break free“ :Nachdem wir eine Holzsprossenpyramide überwunden haben, kommen wir zum Ropeclimb (Seilklettern) an. Mike und ich klettern hoch, wieder runter  und feuern unser Team an. Bei einigen ist es wirklich sehr knapp bis zur Glocke, aber schließlich werden doch die Burpees fällig. Wir unterstützen uns gegenseitig und so können wir bald schon weiter laufen.

Nun sind wir wieder auf dem Eventgelände! Unser Support feuert uns an, macht Fotos und motiviert. Angelina läuft neben uns, schreit sich die Seele aus dem Leib und teilt uns mit, dass sie das Junior Race gewonnen hat! Unglaublich, aber wahr!

Bevor wir uns richtig mit ihr freuen können, müssen wir unser eigenes Rennen noch über die Bühne bringen. Bei uns steht nun der Hercules Hoist an. Ein mit Zement gefüllter Reifen muss an einem Seil nach oben gezogen und dann langsam wieder abgelassen werden. Kein Problem, das schaffen wir.

Jetzt wird es richtig spartanisch, wir müssen den Speer werfen. Mike und ich sind zuerst dran und freuen uns total, dass wir beide treffen. Manche treffen, allen anderen Teammitgliedern helfen wir mit den Burpees.

Es wird nicht leichter, nun wartet das große Rig auf uns. Hier müssen zuerst ein paar Monkey Bars absolviert werden, dann eine Längsstange entlanggehangelt, und dann noch 5 Ringe bis zum Ende des Rigs geschwungen werden ohne dass man herunter fällt. Nadine rutscht leider bei dem vorletzten Ring ab und auch die Anderen halten sich gut, aber es sind dann doch ein paar Burpees fällig.

Das Ziel ist nicht mehr weit, das wird uns von verschiedenster Stelle versichert. Wir klettern eine hohe Hozpyramide hoch und robben unter dem Stacheldraht durch den Matsch. Nun fehlt nur noch die Slippery Wall, eine Schrägwand, die man mit einem Seil hochklettern muss. Für das „slippery“ sorgen Wasserdüsen, welche die Wand unablässig bespritzen. Mike und ich klettern die Wand hoch und versuchen oben zu warten, damit wir an der entscheidenden Stelle, also ganz oben helfen können. Nadine klettert die Wall problemlos hoch und ist drüber. Antonia, Babs und Ediceh kämpfen was das Zeug hält. Schon fast oben, rutschen sie ab und landen äußerst unsanft am Boden. Doch wer gedacht hat, dass sie aufgeben täuscht! Zweimal ausschütteln und erneut versuchen sie es. Diesmal mit Erfolg!

Wir nehmen uns an den Händen und springen über das Feuer ins Ziel! Dieses Gefühl ist jedes Mal unbeschreiblich und jeder reagiert darauf anders. Manche werden etwas sentimental, andere schreien ihre Freude heraus, andere genießen im Stillen! So ist es auch bei uns, doch der Stolz in unseren Gesichtern erzählt Bände.

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Leider wird das anschließende Duschen für alle Beteiligten sehr unangenehm. Ein Gewitter mit starkem Wind, Starkregen und Blitz und Donner zieht auf und wir werden stark gebeutelt. Doch auch das überstehen wir einigermaßen unversehrt und das gemeinsame, anschließende Essen findet in stolz-gemütlicher Atmosphäre statt. Wir genießen den restlichen Tag teils am Pool, teils beim Einkaufen und die Super-Starter können bereits feiern, denn sie haben ihr Soll erfüllt. Morgen geht es mit dem Spartan Race Sprint weiter.

Heute, an unserem letzten Tag in Spanien müssen wir früh aufstehen, denn der Start unserer Sprint-Happy-Spartans ist bereits um 09:15 Uhr. Davor müssen wir noch unsere Finca besenfertig verlassen. Damit wir das alles schaffen, beginnt der Tag bereits sehr früh, doch wir packen das alles und stehen pünktlich im Startblock. Unser Sprint-Team besteht heute aus Claudia, Nena, Gabi, Kiki und Uwe.

Auch bei den Sprintern wird fleißig „Spartanios“ und Arooo gerufen und wir freuen uns, als endlich der lang ersehnte Startschuss fällt. Die Streckenführung der Sprint-Distanz ist nahezu identisch mit der Super-Distanz von gestern, allerdings fehlt der Berganstieg, so dass nur ca. die Hälfte der Höhenmeter bewältigt werden müssen. Ich muss schon sagen, dass mich unsere Kiki immer wieder begeistert. Kiki ist unsere gute Seele im Team und die Spartanerin mit den meisten erlebten Monden. Trotzdem ist kein Leistungsunterschied zu den anderen Spartanern zu festzustellen. Kiki ist ein gutes Beispiel wie fit ein Mensch auch im Alter sein kann, wenn er sein ganzes Leben fleißig trainiert. Doch auch Claudia schlägt sich wacker und macht einen sehr zufriedenen Eindruck während des Rennens. Nach ihrer überstandenen Verletzung am Bein ist sie sehr glücklich, endlich wieder starten zu können. Ich nehme es vorweg weil mir das so gut gefallen hat. Als wir im Ziel waren, sagte sie glücklich „I´m back“!

Gabi ist eher die Ruhige, aber ein Musterbeispiel an Erfolg durch Fleiß. Es ist noch gar nicht so lange her, da hätte sich Gabi nicht vorstellen können 500m am Stück zu laufen, nun machen ihr 5km nichts mehr aus und ihre Entwicklung ist einfach gigantisch. Auch Nena robbt durch den Schlamm, läuft, überspringt Hindernisse als wäre es das Normalste der Welt für sie. Nena hat aber auch erst vor einem halben Jahr mit Outdoorsport angefangen. Ich bin total stolz auf die Mädels, so dass ich mit einem stolzen Lächeln auf den Lippen in unserer Gruppe laufe.

Wir kämpfen uns über die Hindernisse, machen wenn nötig Burpees und laufen weiter. Das Seil muss Claudia auslassen, da sie den Fuß noch schonen muss, aber sonst werden alle Hindernisse zumindest versucht und die meisten gemeistert. Bei der Slippery Wall unterstützen wir uns, teilen uns die fällig werdenden Burpees und laufen gemeinsam ins Ziel ein! Es war ein wundervolles Rennen mit vielen Emotionen, aber die größten Emotionen kommen jetzt im Ziel. Kiki ist so stolz auf sich, dass sie Freudentränen in den Augen hat, Gabi schreit ihr Glück heraus und Claudia strahlt bis hinter beide Ohren. Nena lacht und empfängt stolz die Gratulationen der anderen Happy Spartans, es ist wunderbar!

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Heute ist alles etwas entspannter. Unser Flug geht erst um 18:00 Uhr und wir haben ausgiebig Zeit uns auf dem Eventgelände umzuschauen, einzukaufen und den anderen Läufern zuzuschauen. In einem netten Lokal essen wir zu Mittag und machen uns langsam auf den Weg zum Flughafen. Es war eine wunderschöne Woche in einer schönen Stadt, einer tollen Finca, einem aufregenden Rennen und viel guter Laune.

Danke an alle die dabei waren! Mit euch jederzeit wieder! Das sollten wir kommendes Jahr wiederholen, mal sehen wohin es dann geht…… die Welt ist groß!

Und nun noch ein paar Bilder:

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