Spartan Race Super Wiener Neustadt 2016

Kennt ihr das? Man hat fast 500 Kilometer Fahrt vor sich, es ist sowieso schon spät, es regnet, fast dunkel und dann, nach 20 Kilometern hat man Hunger und geht erst Mal was essen. So geht es Lisa, Ediceh, Sigi und mir auf unserem Weg am Freitag Abend zum Spartan Race nach Wien, genauer gesagt in die Wiener Neustadt. Also auf Höhe Holzkirchen den Blinker raus und in ein Café zum Pizza Essen. „Zufällig“ 🙂 treffen wir dort Babs und zwei Freundinnen die dort gerade ihren Cocktail schlürfen.

Es ist nett, wir lachen viel und irgendwann sind wir dann wieder auf der Autobahn Richtung Salzburg, dann Linz, dann Wien, dann Wiener Neustadt. Kurz vor zwei Uhr in der Nacht erreichen wir unser Hotel und können endlich in die Federn fallen. Gerüchten zufolge waren die Träume diese Nacht von Spartanern, Speeren und Schilden beherrscht und so waren wir alle froh nicht allzu lange schlafen zu müssen 😉 „Ausgeruht“ und frisch frühstücken wir ausgiebig und machen uns auf den Weg zum Veranstaltungsgelände in die altehrwürdige Theresianische Militärakademie. Bereits am 14. Dezember 1751 erteilte Maria Theresia den Auftrag „Mach’ er mir tüchtige Offiziere und rechtschaffene Männer darauß“ und so wurde die Militärakademie gegründet. Diese befindet sich direkt in der Burg der Wiener Neustadt und ist die einzige Ausbildungsstätte für Offiziere in Österreich. Dementsprechend sollten heute auch viele, österreichische Soldaten an den Start gehen.

spear-throw-spartanrace-wien-2016 theresianische-militärakademie-wiener-neustadt walls-spartan-race-wien-2016

Der Befehl Maria Theresias „Mach´er mir tüchtige……“ stimmt natürlich mit dem spartanischen Motto hervorragend überein und auch Ediceh, Sigi und ich wollten uns heute bei unserem Spartan Race über die Super Distanz daran halten. Und wir hatten mit Lisa eine super Unterstützung und Feldberichterstatterin, ausgerüstet mit Photofon und guter Laune dabei.

Sigi und ich starten heute in der „Competitive Heat“- Gruppe um 09:15 Uhr, Ediceh in der „Open Heat“ um 10:00 Uhr. Die Abholung der Startunterlagen klappt problemlos und ist (wie beim Spartan Race gewohnt) super organisiert. Wir begrüßen Bekannte, erkunden das Gelände und bald schon ist Sigi und ich dran. Ab geht´s in den Startblock, zusammen mit den anderen Läufern der Competitive Heat. Die Gruppe „Competitive Heat“ wurde als Zwischengruppe zwischen der Open Heat und der Elite geschaffen. Sie ist für ambitionierte Hindernisläufer gedacht die unter Wettkampfbedingungen starten, allerdings ohne den Druck der Elite. Es gelten jedoch die gleichen Regeln wie bei der Elite, keine Hilfe, 30 Burpees können nicht geteilt werden und werden konsequent überwacht. Gekennzeichnet wurden wir mit einem gelben Armband, gut sichtbar für die Volunteers.

Wir ordnen uns hinten ein, denn es ist Sigi´s erster „Super“ und dann gleich unter verschärften Regeln. Der Startschuss fällt und los geht´s! In einem lockeren Tempo laufen wir im Pulk und schon nach wenigen Metern stapfen wir, in gemäßigtem Laufschritt durch den Schlamm. Die ersten Kilometer soll uns dieser wunderbare, mit vielen Pfützen durchsetzte und schwere Schlammboden erhalten bleiben. Wir laufen über offenes Gelände, durchsetzt mit Trailpfaden durch Wald mit Wurzeln, tief hängenden Ästen und dichtem Gehölz. Dies macht die Strecke bereits auf den ersten Kilometern anspruchsvoll und anstrengend. Der Parcour ist gespickt mit ca. 1,20m hohen Wänden und Holzstapeln die es zu überwinden gilt, alles machbar aber luftraubend. Ein erster Barbed Wire Parcour (Stacheldrahtgeflecht unter dem man robben muss)  zeigt uns, dass diesmal extrem tiefes Robben angesagt ist. Der Veranstalter zeigt uns klar, dass wir auf einem Militärübungsplatz sind und dadurch hängt der Stacheldraht extrem tief. Teilweise nur 30cm über dem Boden. Es ist also förmlich die „kleinste Gangart“ angesagt.

Die erste, höhere Wall nehmen wir souverän, Sigi schlägt sich super! Doch wenige Meter später beginnt ihr spezielles  Fitnessbootcamp. Bei den Monkeybars rutscht sie an der vorletzten Querstange ab und landet auf dem Boden, 30 Burpees! Jeder einzelne Burpee wird durch die Volunteers konsequent überwacht. Nach 5 Burpees muss man laut den Zwischenstand rufen und die Volunteers passen genau auf dass man nicht schummelt! Sigi absolviert die Strafeinheit flott, doch das Weiterlaufen fordert natürlich jetzt etwas mehr Kraft.

Am Waldrand joggen wir in flottem Tempo weiter, trinken ein Glas Wasser an der ersten Verpflegungsstation und müssen nun einen dünnen, horizontal liegenden, glatten Holzstamm balancieren ohne herunter zu fallen. Check, weiter geht´s! In konsequentem Pace laufen wir weiter und dürfen nur eine Runde „Loaded Carries“ in Form von 35lb schweren  Sandsäcken schleppen. Kein Problem, dieses Hindernis kostet nur etwas Zeit und Kraft. Wenige Meter später wurde für uns ein Netz über einen Bach gespannt, welches es in der Horizontalen zu überklettern gilt. Schon beeindruckend wenn das Wasser wenige Ellen breit unter einem hindurchfließt, aber auch das schaffen wir!

ediceh-loaded-carries-spartan-race-super-wien

Laufend geht´s  weiter und nun gelangen wir zum Rope Climb. Die Seile sind gefühlt höher als in München und ziemlich rutschig. Sigi rutscht ab, nachdem sie fast an der Glocke oben ist und darf erneut ihre Burpee-Künste unter Beweis stellen. Sie führt diese zügig aus, bei den letzten 10 leide ich irgendwie mit ihr mit, auch wenn ich nicht helfen kann/darf.

Nach ein paar kurzen, tiefen Zügen laufen wir weiter, doch schon nach der nächsten Biegung erwartet uns das nächste Hindernis, eine Slackline die wir alleine balancieren dürfen. Ich scheitere bereits beim Hinaufsteigen. Sigi hält sich tapfer, aber auch sie findet in dem wackeligen, nicht allzu fest gespannten, Band ihren Meister. Diesmal heißt es „geteiltes Leid ist halbes Leid“ und wir ballern unsere Burpees runter! Während ich nach dem letzten Burpee nach Luft japse, realisiere ich dass Sigi bereits 90 auf dem Buckel hat. Unglaublich.

Am nächsten Hindernis dürfen wir eine Holzkiste mit frei umherrutschenden Gewichten drin fast zwei Kilometer schleppen. Die Kisten sind nicht besonders schwer, aber sperrig und der Weg zieht sich (gefühlt) ewig. Das ist so ein Hindernis bei dem man einfach nur Zeit verliert und seine Geduld beweisen muss! Doch irgendwann haben wir das auch gepackt und nun wartet etwas Neues auf uns. Vier Seile hängen in einer Reihe, hier muss man sich von einem Seil zum Nächsten schwingen, bis zum Ende des Hindernisses. Vielleicht hätten wir den Tarzanschrei auspacken sollen, aber unsere Stille beschert uns den Absturz und weitere, 30 Burpees. Ja, Sigi hat schon 120!

Die nächsten Hindernisse meistern wir fehlerfrei und problemlos. Während wir so dahinlaufen, hören wir die Lautsprecher des Eventgeländes immer lauter und bald schon sind wir wieder auf dem Gelände der Theresianischen Militärakademie angekommen. Dort warten die Speere auf uns! 30 Burpees für Sigi und mich! In guter und zahlreicher Gesellschaft führen wir diese brav aus. Naja, irgendwie plant man die Speer-Burpees schon ein….

Eine weitere Barbed-Wire-Einheit ist enorm lang und der Stacheldraht hängt extrem tief, zum Schluss müssen wir dann noch unter zwei Panzern durch.

sigi-uwe-krabbeln-spartan-race-wien ediceh-barbed-wire-spartan-race-wienediceh-barbed-wire2-spartan-race-wien

Wir klettern ein Netz herunter, übersteigen eine hohe Holzpyramide und kommen zu einem großen Rig bei dem man sich erst ein paar Monkey Bars entlanghangeln muss, dann eine Stange quer und dann noch ein paar Ringe (in Spartanerkopfform) bis zum Ende des Hindernisses. Ich liebe dieses Hindernis, Sigi greift leider kurz vor Schluss daneben und darf weitere, 30 Burpees machen. Ich leide mit ihr, bewundere aber die Ausdauer mit der sie dieses fu** (wunderbaren) Burpees meistert! Es ist wie verhext, sie scheitert immer so knapp. Es scheint einer dieser Tage zu sein an dem diese berühmten 5% gegen einen sind. Trotzdem lacht sie viel und nimmt alles locker!

Das zeigt sich auch an der Slippery Wall. Sigi greift das Seil ordnungsgemäß, zieht ein Bein nach und wird von dem Volunteer zurückgehalten. Ein Bein wäre abgerutscht und damit 30 Burpees fällig! Diesmal absolut zu Unrecht, doch die Volunteers opfern einen ganzen Tag für uns Läufer und da diskutiert man nicht.

sigi-slippery-wall-spartan-race-wien

Geduldig kämpft sich Sigi durch und wir laufen dem Ziel entgegen. Vor dem Firejump steht uns noch die hohe Wall im Weg. Die muss noch überwunden werden.

 sigi-hohe-wall-spartan-race-wiensigi-oben-hohe-wall-spartan-race-wienuwe-wall-spartan-race-wien ediceh-wall-spartan-super-wien ediceh-wall-drüber-super-spartan-race-super-wien

Und nun begeistert Sigi mich, die Zuschauer und Volunteers. Trotz ihrer kleinen Körpergröße überwindet sie die Wall ohne Hilfe und zusammen springen wir über das Feuer ins Ziel! Wow, war das ein Rennen!

sigi-uwe-firejump-spartan-race-wien  ediceh-fire-jump-spartan-race-wien-super sigi-und-uwe-finisherbild-spartan-race-wien-2016 

Nun warten wir auf Ediceh, die später gestartet ist. Erheblich früher als von uns erwartet kommt sie ins Ziel gelaufen. Ediceh hat ihr erstes Spartan Super Rennen erfolgreich und in einer guten Zeit gemeistert und ist total glücklich. Sie hat nicht nur die 11 Kilometer gemeistert sondern auch die meisten Hindernisse ohne Burpees. Wir sind alle total stolz auf sie, gratulieren und freuen uns mit ihr! Ich würde an dieser Stelle gerne mehr über ihren Rennverlauf schreiben, aber ich war ja leider nicht persönlich dabei 🙂 Sorry dafür Ediceh!

ediceh-finisher-spartan-race-wien-2016 ediceh-finisher-spartan-race-super-wiener-neustadt

Nachdem wir kalt geduscht haben, essen wir noch eine Kleinigkeit und fahren zurück nach München.

Fazit:

Wir hatten alle ein wunderbares Rennen in der Wiener Neustadt. Sigi und Ediceh können stolz auf sich sein, denn ein Spartan Race Super stellt für die Athleten große Anforderungen und will erst mal gelaufen werden. Sigi ist für mich jetzt mein Burpee-Meister! Wir hatten eine hervorragende Stimmung während des Rennens, haben viel gelacht und alles nicht so ernst genommen.

Die Organisation des Rennens war wirklich spitze, aber das haben wir von einem Spartan Race nicht anders erwartet 😉 Wir erholen nun unsere Muskeln und freuen uns auf den nächsten Start!

Ach, einen kurzen Satz zu der neuen Startwelle „Competitive Heat“…. Die Competitive Heat kann ich absolut empfehlen wenn man sich selbst testen möchte. Hier muss man ohne Hilfe alle Hindernisse meistern, man läuft unter echten Wettkampfbedingungen! In der Wiener Neustadt haben wir gut ausgebildete uns motivierte Volunteers kennen gelernt, die wirklich auch aufgepasst haben, dass alle Regeln eingehalten werden. Das heißt aber auch, dass man sich für die Competitive Heat nur dann anmelden sollte, wenn man ausreichend trainiert hat und sich alle Hindernisse zutraut!

Was uns noch besonders wichtig ist: Einen besonderen Dank an unsere Lisa! Du hast super Fotos gemacht, immer gute Laune verbreitet und bist für uns spät ins Bett gegangen und sehr früh wieder aufgestanden. Es war schön, dass Du dabei warst!

Happy Spartans – One Team one dream“ !!!

 

Noch ein paar Bilder und Impressionen vom Spartan Race 2016 in der Wiener Neustadt:

sigi-netz-klettern-spartan-race-wien sigi-lachen-barbed-wire ediceh-cargo-net-spartan-race-super-wiensigi-krabbeln-spartan-race-wien barbed-wire-crawl-uwe ediceh-cargo-net-klettern-spartan-race-wien