Spartan Race Duisburg

Super-Sprint

Wie die Überschrift schon sagt hatten wir in Duisburg etwas Verrücktes vor.

Bereits am Freitag machen wir (Mike und Claudi) uns auf den Weg zu unserer Zwischenstation in Wiesbaden (gut, wenn die Verwandtschaft näher am Event wohnt, als man selbst). So haben wir am nächsten Tag nur noch 2 Stunden Fahrt zur Regattastrecke in Duisburg vor uns.
Wir nutzen den Freitag noch für ein gemütliches spätes Mittagessen und einen Einkaufsbummel bei Decathlon. Blöd, dass Claudia erst am späten Abend auffällt, dass sie eine wahre Glanzleistung vollbracht hat: ausgerechnet die Sporttasche steht noch daheim in München…zum Glück sind die Schuhe in einer anderen Tasche und aus Mike’s Wechselgarnitur ist schnell ein Ersatzoutfit zusammengeschustert – erstes Hindernis gemeistert! 😉

Am Samstag in der Früh kommen wir gut durch und erreichen mit ordentlich Zeitpuffer das Eventgelände. Parkplätze (kostenpflichtig) sind am Stadion des MSV Duisburg reichlich vorhanden und nach einem kurzen Fußweg erreicht man das Spartan Village an der nebenan gelegenen Regattastrecke. Hindernisse sehen wir leider noch keine auf dem Weg zum Eventgelände, dafür aber, dass uns wohl einige Schwimm-Passagen erwarten werden…voller Spannung und Vorfreude betreten wir das Spartan Village.
Die Abholung der Startunterlagen läuft wie immer schnell und unkompliziert und auch die Taschenabgabe ist gut organisiert. Das Wetter ist perfekt, die Zeit vergeht wie im Flug und schon stehen wir mittig im Startblock für die Super-Distanz. Der Einheizer ist super drauf, macht uns noch etwas warm: Wer seid ihr? Spartaner!!!
claudia-barbed wireSeid ihr bereit? Aroo, aroo, aroo!!! Und los geht’s auf die Strecke. Da sich unsere Heat eher gemütlich in Bewegung setzt, versuchen wir auf den ersten Metern ein paar Plätze gut zu machen um nicht gleich am ersten Hindernis um Stau zu stehen. Der Plan geht auf und wir freuen uns, als wir schon nach ca. 500m die Over-Under-Walls als erstes Hindernis erblicken. Danach folgt der Barbed Wire Crawl, der hier sehr „benutzerfreundlich“ angelegt ist 🙂

 

Die Strecke läuft im großen und ganzen entlang dem Weg neben Regatta aber zweigt immer wieder auf Trails durch den Park/Wald ab und ist dadurch abwechslungsreich und sehr angenehm. Es gibt ein paar kleine Steigungen, aber keine wirklich nenneswerten Höhenmeter. Die Hindernisfolge ist super platziert, gefühlt nach jeder Biegung wartet ein neues! So lassen wir Sandbag Carry, ein Cargo Net am Hang, die Hurdles, ein Netz über einer Steinmauer und den ersten Schwimmabschnitt (Flussdurchquerung) hinter uns. Es folgen Log Carry, die 7 foot wall, Atlas Carry, Balance Beam (über einen Bach), Traverse Wall und die Slackline, bei der wir uns gegenseitig unterstützen. Danach müssen 2 Autoreifen über eine 400m Aschebahn getragen werden und die 8 Foot Wall stellt sich uns in den Weg und wir klettern über ein senkrechtes Netz.
Wir laufen im lockeren aber nicht zu langsamen Tempo, die vielen Trails im Wald machen richtig Spaß! Die Stimmung auf der Strecke ist einmalig. Das liegt vor allem an den tollen, motivierenden Volunteers, die durch die Bank gut drauf sind und einen tollen Job machen! Die Hindernisse werden gut erklärt und es ist deutlich zu verstehen in welchem Fall man Strafburpees machen muss. An dieser Stelle ein kleiner Einschub zu den Strafburpees: Negativ fällt hier leider wieder mal auf, dass einige Teilnehmer ohne mit der Wimper zu zucken an der Burpee Area vorbei laufen, obwohl sie das Hindernis nicht geschafft haben. Es mag sein, dass die Volunteers zum Teil die Burpees nicht nachdrücklich genug gefordert haben. Aber letztendlich ist es in der Open Heat nicht die Aufgabe bzw. nicht machbar für Volunteers alle Strafen akribisch zu kontrollieren. Hier sollten sich die Teilnehmer an die eigene Nase fassen!

Für echte Spartaner sind Strafburpees Ehrensache!!!

claudia-tarzanAber zurück zum Lauf. Als nächstes folgt ein für uns neues Hindernis, der Tarzan Swing. Hier muss man sich von Seil zu Seil (insgesamt 4 Stück) schwingen und am Ende eine Glocke läuten. Während Mike schon durch ist, hängt Claudi noch am ersten Seil. Der Abstand ist sehr weit und ohne Schwung kann man das zweite Seil nicht erreichen. Da wir in der Open Heat gestartet sind, darf Mike aber Helfen und ihr die Seile reichen. So schaffen wir auch dieses Hindernis mit Teamwork und ohne Strafburpees.
Weiter geht es mit dem Hercules Hoist, dem Hobie Hop und dem Chain Carry. Die Strecke in Duisburg ist hier sehr lang, fast 1 km schleppen wir die schweren Ankerketten auf den Schultern. Aber die Strecke führt nun schon gefühlt immer näher ans Eventgelände. Wir klettern über „Stairway to Sparta“ , hier sagt man uns, dass wir 11km hinter uns haben. Weiter geht es mit der Inverted Wall, einer weiteren Schwimmstrecke gefolgt von Rolling Mud. Den Schlamm dürfen wir uns aber sofort wieder abwaschen: nach einem kleinen Sprung (ca. 1,5m) ins Wasser schwimmen wir einen Kanal entlang und erreichen das Spartan Village. Bis jetzt mussten wir noch keine Strafe absolvieren, aber wir wissen, dass die „Burpee-Bringer“ ja noch auf uns warten. Es geht über die Cargo Container weiter zum Rope Climb. Die Glocke klingelt bei uns beiden und es geht weiter zum Multi Rig. Hier wird Claudi leider von dem sehr ausscheifend hangelden bzw. fallenden Spartaner auf der Nachbarbahn mit abgeräumt. Ärgerlich, aber was solls, auf in die Burpee Area! Mike unterstüzt und somit machen wir uns schon mal warm für die nächsten 30 Burpees, die wir beide beim Spear Throw sammeln. Nach unserer Aerobic-Einlage können wir das Ziel quasi schon riechen. Wir klettern über ein weiteres in A-Form gespanntes Netz, überwinden die Slippery Wall, springen über das Feuer ins Ziel und nehmen stolz unsere blaue Medaille in Empfang. Wir sind glücklich und zufrieden mit unserer Leistung. Für 13km haben wir knapp unter 2:10h gebraucht und mussten nur 2x bzw. Mike 1x Burpees machen.

Jetzt bleiben uns 1,5h Pause, bis es erneut an den Start geht, diesmal zur Sprint Distanz. Wir versuchen unsere Energie-Reserven mit Riegeln, Nüssen und Bananen aufzufüllen und gönnen uns einen Iso-Drink in der Sonne. Außerdem freuen wir uns, Inga, Dani, Bernhard und noch einige weitere Munich Elite Warriors zu treffen. Bernhard ist den Super gelaufen, Inga und Dani starten kurz vor uns in der Elite Heat im Sprint.
Schon stehen wir wieder im Startblock und los geht es ein zweites Mal. Die Sprint-Strecke ist zu Beginn identisch zum Super, nach der 7 Foot Wall teilt sich die Streckenführung. Wir laufen (logischerweise) weniger Schleifen auf den Trails und somit natürlich auch weniger Hindernisse (Altas Carry, Reifen Tragen, Balance Beam, Tarzan Swing, Chain Carry, Traverse Wall, Slackline, das senkrechte Netz, 8 foot Wall, Hobie Hop und Stairway to Sparta sind nicht Teil der Sprint Distanz). Dafür, dass es unser zweiter Start ist, kommen wir besser als erwartet durch. Bis zum Spartan Village sind noch keine Burpees fällig. Das ändert sich aber auf der „Burpee-Mile“: Claudia lässt den Rope Climb lieber aus, weil sie sich im Super an diesem Hindernis beim Runterrutschen einen schönen Brandstriemen am Schienbein geholt hat. Also ab in die Burpee Area. Jetzt sind auch die Volunteers viel aufmerksamer und kontrollieren sogar die richtige Technik. Es gibt keine Gnade, die Brust muss auf den Boden.
Mike schafft im Sprint alle Hindernisse ohne Strafburpees zu kassieren! Bei Claudi reicht die Kraft beim vorletzten Ring vom Multi Rig nicht mehr und der Speer geht wie gewohnt daneben. Mike verschont hier das Heu und rammt seinen Speer in die Holzkonstruktion. Nachdem wir gemeinsam alle Burpees abgeleistet haben, geht es noch über die letzten Hindernisse und nach ca. 6km mit einer Zeit von 1:15h ins Ziel. Wir sind fertig aber dennoch glücklich und stolz auf unseren Doppel-Finish.

claudia-mike-multirig

Alles in Allem fanden wir die Spartan Race Premiere in Duisburg sehr gelungen. Die Strecke war sehr angenehm zu laufen und durch die Trails sehr abwechslungsreich. Wer allerdings fiese Höhenmeter erwartet, sollte wohl lieber nach Tirol fahren 😉 Die Organisation vor Ort war einwandfrei und die Volunteers immer gut drauf und motivierend.

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